Übernachten

… Kleiner Knigge für auswärtige Turniere

Stell Dir vor, Du hast Dich breitschlagen lassen und zugestimmt vier Dokoschlafplätze zur Verfügung zu stellen. Zu 17.00 Uhr hatten sie sich angemeldet, endlich um 21.00 Uhr sind sie da. Sie bringen einen mehr oder weniger mit. Das bedeutet für Dich, Du bist sauer, weil Du ein Bett zu viel gemacht hast, zu viel eingekauft wurde oder es mangelt an Decken, Bettwäsche und die Suppe wird knapp. Du hast es so organisiert, dass bei Ankunft Deiner Schlafgäste an zwei Tischen gespielt werden kann. Jetzt sitzt ihr zu sechst bis 21.00 Uhr rum und dann seid ihr zu elft, was auch keine schöne Doko-Zahl ist.

Was schließt Du daraus?

Wenn Du um einen Übernachtungsplatz bittest, fragst Du, ob Du Deine Bettwäsche selbst mitbringen darfst und hältst Dich an die vereinbarte Ankunftszeit bzw. rufst an, wenn sich etwas ändert oder Du im Stau stehst.

Bringst Du einen Gast mehr oder weniger mit, lässt Du dies Deinen Gastgeber wissen, damit er sich darauf einstellen kann.

Du wirst Dich freundlich, zurückhaltend und hilfsbereit (Tisch decken, abräumen, abwaschen, Bad nach Deiner Nutzung putzen, denn solltest Du einen Swimmingpool aus dem Bad gemacht haben, denk daran, Du bist nicht im Hotel. Dein Gastgeber hat bestimmt kein „Zimmermädchen“!) zeigen und Dich in die Familiengepflogenheiten einfügen, Deinen Gastgeber nicht die halbe Nacht mit Deinen persönlichen Problemen das Ohr abkauen. Der möchte ja vielleicht am nächsten Tag auch das Turnier mitspielen und ist sowieso schon doppelt belastet, da er für seine Gäste sorgen muss.

Nun zum Finanziellen: Nach Möglichkeit versorgst Du Dich selbst und verzichtest auch darauf das teure Duschgel Deines Gastgebers zu probieren. Verlass Dich auch nicht darauf, dass Dein Gastgeber über Zahnpasta verfügt, vielleicht ist er Gebissträger und mit Kukident lässt sich schwerlich Zähne putzen.

Deine alkoholischen Getränke bringst Du gefälligst selbst mit, und zwar so reichlich, dass Du davon abgeben kannst und nicht Du Dich noch an der wertvollen Weinsammlung Deines Gastgebers vergreifst.

Du wirst Deinem Gastgeber auch eine kleine Aufmerksamkeit zu kommen lassen, sei es die Schachtel Konfekt oder einen Wein. Gehe davon aus, dass Dein Gastgeber durch Deine Anwesenheit einen Mehraufwand von mindestens € 10,– pro Tag/Übernachtung hat. (Ich komme mit diesem Betrag nicht aus, kann das aber nicht so genau sagen, weil bei mir immer reichlich übrig bleibt, was meine Familie alles in der folgenden Woche verputzt.)

Ich finde es nicht abwegig, dem Gastgeber € 10,– pro Person da zu lassen. Manche nehmen dies aber nicht an, oder es ist ihnen unangenehm. In diesen Fällen empfiehlt es sich, dass Gastgeschenk entsprechend umfangreicher zu gestalten oder die 10€ einfach auf der Anrichte zu „vergessen“.

Wie Du es machst, hängt von Deinem Feingefühl ab.

Vergiss nicht, Dich für die Aufnahme zu bedanken und verzichte darauf, das harte Bett und den Schlafmangel zu beklagen und lade Deinen Gastgeber zum Berliner Turnier zu Dir ein. Du solltest Deinem Gastgeber danken und ihn loben, schon wegen des Stresses, den er sich antat, als er Dich aufnahm.

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